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Fehlprognosen von Experten

Thomas Wuttke in Entscheidungen
25. August 2016

Warum liegen so viele Experten mit ihren Prognosen daneben?

Weil sie Experten sind!

Und weil sich keiner die Mühe macht, die Prognosen zu prüfen.

Zunächst zu den Experten: Der Schlüssel liegt – wie so oft – in unserer Psyche: Das Gehirn ist grundsätzlich eine Sinnstiftungsmaschine. Es ist darauf programmiert, sich auf alles einen Reim zu machen um die Welt zu verstehen und zu ordnen. Leider neigen die meisten Menschen dazu, nach der erstbesten Erklärung zu greifen und dann nur noch nach Beweisen zu suchen, die diese Erklärung stützen. Psychologen nennen das Bestätigungsfehler. Noch größer wird das Problem, sobald sich jemand erst einmal öffentlich zu einer Überzeugung bekannt hat. Dann wird daraus ein Rechthaber- Bestätigungsfehler.

Geschickt wäre es, nach Beweisen zu suchen, die der eigenen Überzeugung widersprechen anstatt nur nach Fakten zu suchen, die die eigene Position stützen.

Nun zur Prüfung: Je bekannter ein Experte ist, desto schlechter sind übrigens seine Prognosen. Interessant ist die Frage, warum uns diese „Unfähigkeit“ aber nicht auffällt? Dass viele Experten mit ihren Fehldeutungen davonkommen liegt einfach an der fehlenden Evaluation. Tag für Tag überhäufen uns alle Kanäle mit Prognosen, aber keiner macht sich die Mühe, zu prüfen, wie gut diese eigentlich waren. Experten müssen sich nur selten an der Wirklichkeit messen lassen. Legendär ist in diesem Zusammenhang die Trefferquote der Wirtschaftsgutachter mit der jeweiligen Realität.

Was heißt das alles für uns? Prognosen von Experten zu glauben ist bequem. Mehr aber nicht.


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